15
Apr
2011

Drei Dämme

Ein wenig getrieben von der Furcht, morgen die Fähre nicht rechtzeitig erreichen zu können, bin ich teils LF1a und teils direkt auf kleinen Straßen meinem Ziel entgegen geeilt. Geprägt war die Strecke von den zwei Sperrwerken und dem Damm, die die Nordsee nun von dem Binnenmeer, bzw. Teile des Rhein-Maas Deltas trennt.

Bis zur Fähre nach Rozenburg fährt man rechtsseitig am Wasser und durch Dünen, während links die Metropole liegt.

Dann wird es wieder ländlich und sehr abwechslungsreich mit netten kleinen Städtchen, wie Brielle, Renesse und Hamstede und viel Dünen und breiten Sandstränden.

Am letztem Sperrwerk zwei Südafrikaner getroffen, unterwegs von Lille nach Amsterdam.

[121 km Scheveningen-Hoek van Holland-Maassluis-Rozenburg-Speerwerk-Damm-Sperrwerk-Vrouwenpolder]

Trennung

Wieder allein. Nach einigen segensreichen Wünschen für die weitere Tour und eine kurze Abschiedszeremonie trennen sich Michael's und meine Wege fürs Erste.
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die vielen Gegenwindpassagen und der schier endlos lange Damm wären allein zur Qual geworden und ich bezweifle, ob ich alleine eine Chance gehabt hätte, die Englandfähre auf dem Fahrrad zu erreichen.

14
Apr
2011

Dünen und Promenaden

Je weiter wir in den Süden von Holland vordringen, desto besiedelter wird das Land. Davon merkt man aber nicht viel, denn die Strecke führt heute zu 90% durch Dünen, wellig, immer rauf und runter. Hinter IJmuiden beginnt der Nationaalpark Zuidkennemerlund, der sich bis Zandfoort erstreckt.
Gelegentlich trifft man an der Küste auf einen Badeort - erst Zandvoort, dann Noordwijk, Katwijk und schließlich Scheveningen. Die Hotels werden von Ort zu Ort immer nobler, die Promenaden immer länger und die Café- und Restaurantdichte steigt.
Im Sommer muß hier der Bär lossein.

[83 km Egmond-dünen-IJmuiden-dünen-Zandfoort-dünen-dünen-dünen-Scheveningen]

Das Foto stammt aus Zandvoort.

Mangos

13
Apr
2011

Ein Schweizer

begegnet uns auf dem Weg um die Nordsee bei Calantsoog und hätten wir nicht Müssen müssen hätten wir ihn verpasst.
Bei 100 km pro Tag will er in 60 Tagen rum sein. Er fährt "andersherum" und wir beide werden uns in ca. 30 Tagen bei Kristiansand wieder begegnen (wenn jeder seinen Plan durchhält - doch obacht, nichts ist so beständig wie der Wandel).

Tulpen und Narzissen

Holland hat sein Gesicht verändert. Das im Wind wogende Meer der grünen friesischen Weiden wird abgelöst von der Farbenflut der Blumenfelder.
Die Straßen sind nun nicht mehr offen dem Wind ausgesetzt, sondern links und rechts mit Sträuchern, Büschen und Bäumen eingefriedet.
Das deichgeschützte Wattenmeer weicht endlich der dünenbewerten, tosenden Nordsee.
Die LF10b (Wattenzeerote) wird zur LF1a (Noordzeerote)

Route gestern - (heute ist ein freier Tag)
[68 km Den Oever-umsamstelmeerherum-durchdieduenen-Bergen aan Zee-Egmont aan Zee] (+ 3 km sightseeing)

Blumen

11
Apr
2011

30 km

Für unsere bisher längste Etappe haben wir uns den Leckerbissen bis zum Schluß auf gehoben. Nach 70 km sind wir über den Afsluitdijk gefahren, der das IJsselmeer von der Nordsee trennt. 30 km, davon 24 km schnurgerade aus. Gegen dieses Bauwerk verblassen alle anderen Sehenswürdigkeiten der heutigen Strecke.

[97 km Holwerd-Harlingen-Verdammichlangerdamm-Den Oever] (+3 km Abstecher)


Ferwerd

10
Apr
2011

Weltenbummler

Piet getroffen. Kam uns entgegen, nicht auf ganz großer Tour, aber er erzählte uns von seinen früheren Touren - Türkei, Neuseeland, Namibia - hat die ganze Welt bereist, immer allein. Nun, sagt er, hat er keine Lust mehr allein zu reisen.

Das sich zwei aus Hamburg mit dem gleichen Ziel in Holland getroffen haben, fand er sehr erstaunlich.

Friesische Dörfer

Heute einen richtig guten, sonnigen, holländischen Tag erlebt. Wir sind durch viele kleine, beschauliche Straßendörfer gefahren. Immer noch ist das Land platt und weidengrün.

Der Campingplatz heute liegt direkt an einer Kirche, welche uns mit ihrem Glockengeläut durch die Nacht geleiten wird.

[80 km U.meeden-Warffum-Vierhuizen-Truppenübungsplatz-Moddergat-Holwerd]

9
Apr
2011

Zufall

Die NSCR fahren nicht viele im Jahr. Jemanden zu treffen, der die ganze Tour fahren möchte und das, wie ich, im Uhrzeigersinn, ist unabgesprochen nicht eben wahrscheinlich.

Michael ist am 1.4 in Hamburg aufgebrochen und will in 90 Tagen die gesamten 6000 km fahren. Wir haben uns an einer Weggabelung in Spijk getroffen und nun schauen mal, ob wir ein Stückchen zusammen fahren können.

Dieses Highlight stellt den Friedhof, der mitten auf einem Deich angelegt ist, in den Schatten.

[81 km Leer-Weener-Bad Nieuweschans-Delfzijl-Bierum-Spijk-Uithuizermeeden]

(Nachtrag zu gestern: [77km N.siel-Hage-Marienhafe-Wirdum-Hinte-Emden-Leer])

9:49

Deutsch-Niederländische Grenze passiert. (Nicht von der Blog-Zeit irritieren lassen, die ist UTC)

Wetter: sonnig, Stimmung gedrückt - 5. Tag in Folge mit starkem Wind aus der falschen Richtung.

7
Apr
2011

Zeit und Raum

Als ich die Tour plante, rechnete ich mit eine Stunde fahren, dann 15 min Pause. So würde ich gut 80 km am Tag schaffen und hätte genügend Zeit für andere Dinge.

Am nachmittag des ersten Tages fand ich eine Stunde fahren schon ziemlich viel - ich schob dies auf mein fehlendes Sitzfleisch und fing nun an alle halbe Stunde eine kleine Pause zu machen.

Zeit bestimmte mein Gefühl.

Als der Wind auffrischte, wollte ich die Etappen auf 20 min kürzen.

Aber der Weg ist das Ziel und nicht die verbrauchte Zeit. Zeit zu verbrauchen ist kein Ziel.
Bei dem stärker werdenden Wind fuhr ich jetzt 5 km Etappen und machte dann kurze Pausen und ab und zu mal eine Längere.

Als der Wind mich beherrschte, beherrschte mein Denken nur noch der Raum. Ein-km-Etappen bestimmten mein Handeln und ich schaute nicht mehr auf die Uhr um die Pausenlänge zu bestimmen. Meine "Geschwindigkeit" im Kampf gegen den Wind war phasenweise 8 km/h und die Strecken taten richtig weh.

(Ich brauchte gestern nachmittag 5 1/2 Stunden für 35 km.)

Friesland

Weites, plattes Land, geprägt von den Gezeiten.
Das Land ist jetzt schon unglaublich grün. Überall sattes Gras.
Es gibt hier drei Arten von Bauwerken - Gehöfte, locker übers Land verteilt, Windräder, hie und da welche, zu riesigen Parks bei Neßmersiel anwachsend, und am Beeindruckenden die Deiche. So weit das Land auch ist, der Blick wird durch einen Deich beschränkt, sei es durch den Seedeich oder die vielen Kleineren, die die Polder begrenzen.

Das Meer ist hier dem Menschen nicht freundlich gesonnen. Es zieht und zerrt an Land und Inseln. Die Deiche zeugen vom Jahrhunderte langen Kampf gegen das Meer. Die Mächtigkeit der Deiche zeigt sich da, wo sie erneuert werden, da wo 30-Tonner LKW um LKW Sand ankarren und aus der Ferne vor den Deichen wie Spielzeugautos aussehen.

6
Apr
2011

Aiolos

Was habe ich dir getan?


[62 km Hooksiel-Horumersiel-Harlesiel-Neuharlingersiel-Bensersiel-Dornumersiel-Neßmersiel]
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in 80 Tagen um die Nordsee

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