12
Mai
2011

Abschied von den Shetland's

Die B9075, obwohl B-class Strasse, ist schmal und wenig befahren und längst der Ostküste eine der schönsten Strecken dieser Tour. Der Anblick der Küste und der Inseln ist großartig, was natürlich durch das wider Erwarten gute Wetter gestärkt wird. Auch der Weg nach Scalloway ist lohnenswert. Das entschädigt für die relativ langen Strecken auf der A970, die doch recht stark befahren ist.

Um kurz vor 19:00 lief dann die Fähre gen Aberdeen aus.

[59 km Brae-Voe-B9075-Tingwall-Scalloway-Leirvik]

11
Mai
2011

Shetland's

Gestern hatte ich, nach den NSCR-streckenlosen, aber anstrengenden (immer noch Windstärke 5) 22 km nach Kirkwall Zeit tot zu schlagen. Ausserdem war es kalt: warm essen im Café-Kathedrale ansehen-in der Fußgängerzone rumlaufen-Pizza essen-in der Sonne sitzen-rumschlendern-Museum anschauen-durch den Hafen fahren-wieder auf ner Bank in der Sonne sitzen-aufwärmen beim Abendessen.

Check-In um 21:00 - Boarding erst um 23:30 und Frühstück gibt's um 6:30. Das wurde also ne kurze Nacht.

Lerwick zeigt sich wolkig, kühl aber immerhin trocken. Mit leichtem Wind im Rücken sind die beiden im Laufe des Tages auftretenden Schauer gut zu ertragen. Jetzt am Nachmittag ist strahlend blauer Himmel.
Hab heute einen schönen Eindruck von den Shetlands bekommen - sind den Orkney's sehr ähnlich, vielleicht ein wenig rauher, dünner besiedelt, nordischer, norwegischer und anscheinend reicher - mehr und größere Autos -> Öl.
shetland2

[72 km Lerwick-Tingwall-Aith-Voe-(Oil Terminal)-Brae]

9
Mai
2011

Orkney's Schleife

Stenness liegt sehr günstig zur NSCR, dadurch ergab sich heute, die Schleife um Orkney Mainland zu fahren und wieder in Stenness zu übernachten mit dem Riesenvorteil, statt mit 27 kg Gepäck nur mit 5 kg unterwegs zu sein. Dadurch wurde auch der Wind nicht ganz so schlimm, obwohl er ähnliche Stärke wie gestern hatte, vielleicht ein Beaufort weniger.

steinring
Neusteinzeitliche Kultur ist viel auf den Orkney's anzutreffen. Angefangen mit den Standing Stones von Stenness, gefolgt von dem Ring von Brodgar, einem großem Steinring, ähnlich Stonehenge, beides also diente wahrscheinlich Ritualen oder Versammlungen. Herausragend ist aber Skara Brae, eine Siedlung aus mehreren gleich aufgebauten Häusern und einer Werkstatt. Skara Brae ist ungefähr 5000 Jahre alt und wurde von einem Norweger nach einer Sturmflut entdeckt. Norwegischer Einfluß ist vielfach an den Ortsnamen auf Orkney zu erkennen.
Skarabrae-

[75 km Stennes-ring-Skara Brae-Evie-(Stenness)-Stromness](plus 6 km extra, um wieder nach Stenness zurückzukommen)

8
Mai
2011

Orkney's Regen

Es regnet und regnet und regnet...
Nach fünf Wochen habe ich ihn gefunden, den Regen.

Um 8:00 am Ferry Office John o'Groats wurde mir mitgeteilt, dass das Boot wegen der schlechten Wettervorhersage nicht fahren wird, die Entscheidung sei gerade gefallen.
Also Plan B und ab nach Gills Bay zur Fähre nach St. Margaret's Hope - 7,5 km bei Rückenwind kein Problem.

Die Orkney Islands empfangen mich mit Regen. Bis zur Italienischen Kapelle ist er harmlos. Die Kapelle wurde von Kriegsgefangenen des 2. WK 1943 aus 2 von den Briten bereitgestellten Rundhallen erstellt und ist innen reichlich verziert.
Kapelle

In Kirkwall ist an einem Sonntag bei Regen nicht viel los. Ab Kirkwall wird der Regen lästig, denn bei Windstärke 6 picksen die Tropfen im Gesicht.

An der T-Kreuzung A965 entscheide ich mich für 3,5 km Gegenregen, weil ich in Finstown ein B+B ansteuern will. Zwei B+B's gefunden, aber keiner zu Hause, ausserdem ist der Ort sonst still, kein Restaurant, kein Pub. Alternative ist, wieder zurück Richtung Stromness zu fahren, in Stenness soll es ein Hotel geben, und Stromness wird B+B's haben.
Das Hotel ist nach 10 km erreicht, macht einen super Eindruck, hat annehmbare Preise (£45) und ist genauso wenig in der Karte verzeichnet wie der Ort selber. Ich bin völlig durchnässt und mach hier Schluß.

[50 km St. Margaret's Hope-italienischekapelle-Kirkwall-Stenness](weitere 23 km habe ich auf dem Weg zur Fähre und auf der Irrfahrt nach Finstown verbraten)

7
Mai
2011

John O'Groats - ein hartes Stück Arbeit

Hier fallen sich häufig Radler in die Arme, die die Strecke Landsend-John O'Groats fahren. Die letzten beiden eben haben die Strecke in 7 Tagen absolviert, vor 1 1/2 Stunden kamen andere 5 an, die 9 Tage im Sattel saßen. Gestern abend in Bettyhill 3 Radler getroffen, die heute eine halbe Stunde vor mir ankamen und 15 Tage brauchten. Letztere mit Gepäck, die anderen hatten ihren Service-Wagen mit dabei.

Morgen möchte ich die kleine Personenfähre nach Burwick nehmen. Allerdings warnt mich das Fährbüro, dass wegen des schlechten Wetters die Fahrt morgen früh ausfallen könnte. Nun, heute um 18:00 fuhr sie noch.
JOGferry-

[85 km Bettyhill-Thurso-John O'Groats]

5
Mai
2011

Loch an Loch

... to the hills and the vales, to the rocks and the mountains ...
Als Henry Purcell "Dido and Aeneas" komponierte, könnte ihm genau diese Landschaft und seine Bewohner vor Augen geschwebt haben. Jedenfalls passt sie zu Hexen und geheimnisvollen Orten.

Wieder ging es lange Wege bergauf von Loch Shin über Loch Naver, Loch Loyal und Loch Craggie an den Kyle of Tongue zurück an die Küste. Der Stopp zwischendurch am Crask Inn in "the middle of nowhere" ist ein Muss, es ist eine Oase in der Wildnis, 9 Meilen vor Altnaharra.
Um 13:30 habe ich bei Tongue (Foto) mit 1053,6 km Abstand den größtmöglichen Abstand nach Hause erreicht.
Zum Abschluß gabs noch hügelige 20 km im Gegenwind bis Bettyhill zu bewältigen.
tongue-

[83 km Lairg-Crask Inn-Altnaharra-Tongue-Bettyhill]

10 Year Celebration of the opening of the North Sea Cycle Route

Heute vor genau 10 Jahren wurde der längste beschilderte Radweg der Welt eröffnet. Darauf stoße ich mit einem Stella Artois, in Ermangelung eines Schampus, an.

Allen Organisatoren dieser Route in allen Ländern ein herzliches Dankeschön. Sie haben einen hervorragenden Job getan.

Gruß aus Bettyhill, Highlands, Scotland

4
Mai
2011

Eins sein mit dem Rad

Vorbei am wunderschönen Cromarty Firth war ich schon um halb 2 in Tain. Ich bin die Winterroute gefahren. Das Internet gibt für die Fährverbindung der Sommerroute nur Zeitpläne für Juni-September an. Die Tourist Information an der A9, mit näheren Infos zur Fährverbindung, hatte noch nicht auf.
20 km weiter liegt Ardgay, laut Karte auch mit Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet. Ein sehr kleiner Ort am noch schöneren Dornoch Firth mit einem B&B, dessen Besitzer nicht zu Hause waren. Nach ner halben Stunde erschien der Hausherr, der sich aber mit dem Finanziellem nicht auskannte, auf seine demnächst zu erwartende Ehefrau verwies, mir aber wenig Hoffnung machte, dass sie heute an Einzelreisende vermieten würde. Ich setzte mir ein 15 min Zeitlimit auf 16:00. Um Punkt 16:00 erschien sie und teilte mir mit, dass sie mir kein Zimmer anbieten könne, denn sie mache sich Hoffnung, ihre beiden Zimmer noch an Paare vermieten zu können. Als Alternative hatte ich mir schon das Carbisdale Castle, eine Jugendherberge, die laut Hostel Guide ein einzigartiges Ambiente versprach, ausgeguckt. Der Telefonanruf dort war leider negativ, denn das YH sei wegen Renovierung geschlossen - Frostschäden an den Wasserrohren. Auch diese Absage berührte mich nicht besonders, immerhin hatte ich jetzt 90 km auf'm Tacho. Das YH lag 8 km weiter an der Strecke und unweit davon lag ein kleines Hotel. Ich machte sogar einen Abstecher zur YH und tatsächlich gibt es eine Menge Wegweiser zur YH, aber erst auf dem Gelände selber gibt es einen Hinweis, dass es geschlossen ist.
Die NSCR hat sich hier als besondere Rafinesse die Streckenführung über den Fusssteig einer Eisenbahnbrücke einfallen lassen. Der ist nur über Treppen zugänglich. Auch das hat mich heute nicht weiter aufgeregt. Die Aktion mit Gepäck abladen und alles die Treppen runtertragen kostete bestimmt 15 min. Das Hotel auf der anderen Seite renoviert leider seine Zimmer, aber die Bar sei geöffnet, ich lehnte dankend ab (5 Uhr nachmittags und 100 km auf der Uhr).
Ich liess es mir heute auch nicht nehmen auch noch bei den Shin Falls eine Pause zu machen und mir den Wasserfall anzusehen. Lairg liegt am Loch Shin und war nun nur noch 8 km weg. Um kurz vor 18:00 nach 113 km hatte ich mein Quartier in Lairg gefunden.
Man ist Eins mit seinem Rad, wenn nicht die Müdigkeit in den Beinen oder der Schmerz am Hintern die Streckenlänge bestimmt, sondern Lust und einbrechende Dunkelheit die bestimmenden Faktoren werden. Dem war heute so.
Treppe

[113 km Inbhir Nis-Inbhir Pheofharain-Alanais-Baile Dhubhthaich-Inbhir Sin-An Luirg]

3
Mai
2011

Bei alten Freunden

Das Wetter bleibt mir hold. Die Strecke ist von Elgin bis Nairn zunaechst flach und dann ein bisschen huegelig bis Inerness, aber immer mit Sonne und leichtem Rueckenwind. Heute begleitet mich sehr viel Wald den Weg entlang.

Uebernachte heute bei alten Freunden von meinen Eltern. Sehr nette Menschen! Kennen sich aus der Staedtepartnerschaft Warwick-Verden.

[83 km Elgin-wald-Nairn-wald-Inverness]
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